Schafe im Rampenlicht: Bundesschau und Sächsische Schafschau auf der Messe „Jagd & Angeln“

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Im Rahmen der Messe „Jagd & Angeln“ fand in diesem Jahr die Bundesschau der Ostpreußischen Skudden und Rauhwolligen Pommerschen Landschafe statt – ein besonderes Highlight für Freunde traditioneller Nutztierrassen und der Schafzucht.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung gemeinsam vom Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband e.V. sowie dem Zuchtverband für Ostpreußische Skudden und Rauhwollige Pommersche Landschafe e.V.. Rund 120 Tiere der beiden bedrohten Rassen wurden von Züchtern aus dem gesamten Bundesgebiet präsentiert – eine beeindruckende Vielfalt, die die engagierte Arbeit der Züchter widerspiegelte. Die hohe züchterische Qualität der vorgestellten Schafe stellte die Preisrichter vor keine leichte Aufgabe: In vielen Klassen lagen die Bewertungen der Tiere eng beieinander, sodass es oft schwer war, eine Entscheidung über die Platzierungen zu treffen. Am Ende waren sich jedoch alle Beteiligten einig – die Bundesschau war nicht nur fachlich hochwertig, sondern auch ein voller Erfolg in jeder Hinsicht.

Parallel zur Bundesschau lud auch die Sächsische Schafschau zum Staunen und Fachsimpeln ein. Züchterinnen und Züchter aus Sachsen und Thüringen nutzten die Gelegenheit, um ihre Tiere einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und die Vielfalt der regionalen Schafzucht lebendig werden zu lassen. Die Besucher erwartete ein beeindruckendes Panorama verschiedenster Rassen: Von der kleinsten Schafrasse Europas, den äußerst robusten französischen Ouessantschafen, über die Ostfriesischen Milchschafe, die früher in vielen Dörfern unserer Region ein vertrautes Bild waren, bis hin zu den seltenen und auffällig gezeichneten Jacobschafen mit ihren charakteristischen Mehrfachhörnern – jede Rasse erzählte ihre eigene Geschichte. Ob Liebhaber alter Nutztierrassen, interessierte Familien oder Fachleute aus der Zucht: Für alle gab es viel zu entdecken, zu lernen und zu bestaunen. Die Sächsische Schafschau zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig die Schafhaltung in unserer Kulturlandschaft ist.

Für die Mitglieder des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes bot die Veranstaltung darüber hinaus einen praktischen Mehrwert: In Schulungen zur praktischen Tierbeurteilung konnten Kenntnisse vertieft und in der Praxis angewendet werden – eine wertvolle Gelegenheit zur Weiterbildung direkt am Tier.

Auch das traditionelle Handwerk kam nicht zu kurz: Spinnerinnen und Spinner demonstrierten an allen drei Tagen die Verarbeitung von Schafwolle und traten dabei in einem freundschaftlichen Wettbewerb gegeneinander an – es galt, den längsten gesponnenen Faden herzustellen. Eine Aktion, die viel Aufmerksamkeit auf sich zog und das Handwerk der Wollverarbeitung lebendig werden ließ.

Abgerundet wurde das vielseitige Schaf-Programm auf der Messe durch täglich stattfindende Herdenschutzseminare, die auf großes Interesse stießen. Zusammen mit der Fachstelle Wolf vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) bot der Sächsische Schaf- und Ziegenzuchtverband e.V. nicht nur fundierte Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen des Herdenschutzes, sondern zeigte auch ganz praktisch, worauf es beim Zaunbau ankommt. An aufgebauten Zaunsystemen wurde demonstriert, wie mit der richtigen Technik und Materialwahl der bestmögliche Schutz für Schafe und Ziegen vor Beutegreifern gewährleistet werden kann. Die Kombination aus theoretischem Wissen und anschaulicher Vorführung machte deutlich, wie wichtig durchdachter Herdenschutz für eine erfolgreiche und nachhaltige Weidetierhaltung ist.

Ein rundum positives Fazit zogen alle Beteiligten nach dem Messewochenende. Sowohl die Bundesschau als auch die begleitende Sächsische Schafschau zeigten eindrucksvoll, wie lebendig und vielfältig die Schafzucht in Deutschland ist. Zugleich wurde deutlich, welche Rolle der Erhalt seltener Nutztierrassen und traditioneller Handwerkstechniken für die Pflege unserer Kulturlandschaft und den Erhalt genetischer Vielfalt spielt.